Captured moments.

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Die Menschen haben mich zu sehr gequält,
Und allzu schwer empfand ich meine Bürde.
Da trat ich frierend aus dem Tor der Welt
Und wünschte nichts, als daß mir Ruhe würde.

Die ihr an meinem frühen Grabe steht,
Verlöschet sanft die blassen Totenkerzen,
Gebt mir nicht Tränen, gebt mir kein Gebet:
Es führt kein Weg zu meinem kühlen Herzen.

Doch jenem andern, der noch Atem holt,
Bekränzt den Weg mit roten Liebesrosen
Und wertet seine Menschheit nicht nach Gold,
Daß er nicht flüchte zu den Lebenslosen.

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- Ernst Goll.

Von Isolation, Schmetterlingen und Grummelmagen.

Den emotionalen Grand Canyon habe ich nun überquert. Ich habe mich den Gefahren des puren Grauens gestellt. Ich habe der mächtigen nimmermüden Hydra „Angst“ den Krieg erklärt. Es war kein fairer Kampf. Aber ich will nicht herummimimien. Der Körper, der so tapfer jeden Angriff ertragen hatte, behält nun die Wunden, diese traurigen Zeugnisse des Widerstands, bei. Es sind nach außen gekehrte Seelentattoos, die die Chroniken der Schlacht erzählen. Aber wie alles auf Erden verblassen auch sie und geraten mit jedem Körnchen, das auf dem Grund der Sanduhr des vorbeirasenden Lebens aufschlägt, in Vergessenheit.

Gesenkten Hauptes schlurfte ich durch die Wüste der Einsamkeit. Aber ich will nicht herummimimien. Denn Schuld trage ich allein. Ich entschied mich für das einzig Wahre. Die Isolation. Von allem und jedem. Abgeschirmt von Umwelteinflüssen, die verletzen könnten, saß ich wie der Schwamm am Meeresboden in meiner Ananas, die ich so liebevoll „trautes Heim“ nannte. Nur war dies traute Heim die Küche, die die wunderbaren Erzeugnisse für den konsumfreudigen Heini bereithielt. So saß ich da. Und gammelte. Vor wem ich mich versteckte? Wozu diente die Tarnfarbe? Das Gebüsch, hinter dem ich mein Antlitz zu verhüllen gedachte? Die einst so menschlichen Götter, die vor Vollkommenheit strotzenden Protagonisten der Geschichte meines Lebens, wollte ich meiden. Blind war ich. Und töricht. Und verletzt. Sie hatten mich in diesen Grand Canyon unbarmherzig gestoßen und mir jegliche Hilfe verwehrt. Mehr noch. Sie drehten mir den Rücken zu. Erhörten nicht. Erhörten nur das, was sie erhören wollten. Und verschwanden alsbald.

Und doch spüre ich die Schmetterlinge in meinem immer grummeligen Magen mit ihren Flügeln schlagen und sich der Liebe erfreuen. Sie verkünden Gefühle, die mir so lange schon im Gedächtnis in die Kategorie „Vergessen, verloren, nie da gewesen“ gerutscht waren. Und der  Magen- wie er blubbert und lieblich brummt. Er ist nicht mehr einsam. Gefüllt zwar von Grünzeug und Dinofutter. Aber auch voll bunter, bunter  Viecher.

Da sitze ich nun in Gesellschaft von Vater, Mutter, Knirps, Grummelmagen und „Wer wird Millionär- Junioredition“ und versuche keinen Gedanken an die Vollkommenen zu verlieren. Und man zieht die Frage: „Was sind die Attribute von Amor, dem römischen Gott der Liebe?“. Und man liest laut die möglichen Antworten vor. Ganz Armin-Assinger-mäßig.

  1. Messer und Gabel
  2. Pfeil und Bogen

Und Recht hat dieses Kärtchen. Ich glaube, meine Schmetterlinge sind nur so wild in Partystimmung, weil ich gerade meinen Magen gefüllt habe- mit irdischer Ambrosia. Keine nützlicheren Utensilien gibt es. Messer und Gabel. Liebe zum Mann? Flüchtig und idiotisch. Liebe zu Freunden? Verlogen und profitgeil. Liebe zur Nahrung? Göttlich.

nasemann fragte: ich finde den 'folgen'-button nicht. :-(

der muss aber da sein! wie immer oben! <3